🏰 Reiseziel Vorpommersches Haffland · September 2026

Lubmin 2026

✍️ Bianca Kunze 📅 September 2026 ⏱️ 5 Min. Lesezeit 🇩🇪 Landkreis Vorpommern-Greifswald
🏘️
~2.133
Einwohner
🌊
350 m
Seebrücke, seit 1992
🪨
34 m³
Teufelsstein
⚛️
Block 6
Technikmuseum
✅ LUBMIN – KURZFAZIT

Lubmin liegt mit rund 2.133 Einwohnern zwischen den Inseln Rügen und Usedom am Greifswalder Bodden, nahe der Peenemündung – seit 1999 staatlich anerkanntes Seebad. Wahrzeichen ist die 350 Meter lange Seebrücke von 1992, dazu der mächtige Teufelsstein, einer der größten Findlinge Vorpommerns. Block 6 des ehemaligen Kernkraftwerks Greifswald ist heute frei zugänglich und lässt sich im Rahmen kostenloser Führungen besichtigen.

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Seebrücke Lubmin

Schon 1905 wurde in Lubmin der Bau einer Seebrücke geplant, zunächst entstanden aber nur zwei kleinere Stege – die "Olga-Brücke" zum Anlegen von Segelbooten und die "Neptun-Brücke" für Motorboote und kleine Dampfer. Erst mithilfe einer eigens gegründeten Brückenbaugenossenschaft konnte 1928 die erste richtige Seebrücke eröffnet werden. Sie überstand jedoch den Zweiten Weltkrieg nicht. Erst nach der politischen Wende entschied man sich für einen kompletten Neubau: Die heutige, 350 Meter lange Stahl- und Stahlbetonkonstruktion entstand 1992 und zählt zu den längsten Seebrücken Mecklenburg-Vorpommerns. Sie reicht weit in den Greifswalder Bodden hinaus, mit der Promenade direkt daneben zum Spazieren.

Teufelsstein

Im südlichen Uferbereich des Greifswalder Boddens, rund 25 Meter nördlich der Kliffküste, liegt der Teufelsstein – ein gewaltiger Granit-Findling: 6 Meter lang, 3,6 Meter breit, 3 Meter hoch, mit einem Umfang von 16,9 Metern und einem Volumen von 34 Kubikmetern. Damit zählt er zu den größten Findlingen im gesamten Landkreis Vorpommern-Greifswald. Während der Weichselvereisung, der letzten Kaltzeit, wurde der Block von Gletschern hunderte Kilometer weit transportiert, bis er an seinem heutigen Platz liegen blieb. Noch 1909 lag der Stein oberhalb des Kliffs – die fortschreitende Küstenerosion hat ihn seither dem Wasser nähergebracht.

Der Sage nach warf der Teufel den Stein von Rügen aus nach der Kirche im nahen Wusterhusen. Der Wurf prallte jedoch vom Kirchturm ab, der Stein zersprang in zwei Teile – der größere Brocken landete vor Lubmin und trägt seither seinen Namen.

Vom Kernkraftwerk zum Technikmuseum

Zwischen 1968 und 1979 errichtet, war das Kernkraftwerk Greifswald bei Lubmin das größere der beiden Kernkraftwerke der DDR – mit acht geplanten Reaktorblöcken sowjetischer Bauart. Zwischen 1989 und 1990 wurden alle Blöcke vom Netz genommen, der letzte am 18. Dezember 1990; 1995 war die vollständige Stilllegung abgeschlossen. Seither ist die Energiewerke Nord GmbH (EWN) als Rechtsnachfolgerin für den Rückbau zuständig – das weltweit größte Projekt dieser Art.

Block 6 wurde als einziger der acht Blöcke nie in Betrieb genommen und ist deshalb frei von Strahlung. Er dient heute als Technikmuseum, durch das die EWN kostenlose Führungen anbietet – durch meterdicke Betonwände, massive Stahltüren und verwinkelte Gänge bis in den eigentlichen Reaktorraum. Ein besonders kurioses Detail: Im Inneren des Druckbehälters befindet sich heute ein Tennisplatz. Mindestalter für die rund zweistündige Führung ist 14 Jahre, festes Schuhwerk wird empfohlen, Anmeldung ist erforderlich.

Anreise mit dem Wohnwagen

VonRouteHinweis
B96 / L262Über Greifswald Richtung Osten, weiter über Wusterhusen nach LubminLubmin liegt rund 15km östlich von Greifswald, an der Straße zwischen Wolgast und Greifswald

Lubmin im Video

Lubmin Seebrücke am Greifswalder Bodden an der Ostsee
kitti lubmin · auf YouTube ansehen ↗

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lang ist die Seebrücke Lubmin?

350 Meter – eine der längsten Seebrücken Mecklenburg-Vorpommerns. Die erste Brücke wurde 1928 eröffnet, überstand aber den Zweiten Weltkrieg nicht. Die heutige Stahl- und Stahlbetonkonstruktion entstand erst 1992.

Wie groß ist der Teufelsstein in Lubmin?

6m lang, 3,6m breit und 3m hoch, mit einem Umfang von 16,9m und einem Volumen von 34 Kubikmetern – einer der größten Findlinge im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Der Sage nach warf der Teufel den Granitblock von Rügen aus nach der Wusterhusener Kirche, prallte ab und zersplitterte, wobei der größere Teil bei Lubmin landete.

Kann man das ehemalige Kernkraftwerk Lubmin besichtigen?

Ja – Block 6, der einzige nie in Betrieb genommene Reaktorblock Europas, ist heute frei von Strahlung und dient als Technikmuseum. Die Energiewerke Nord bieten kostenlose Führungen durch meterdicke Betonwände und Reaktorräume an, Mindestalter 14 Jahre, Anmeldung erforderlich.

Wie viele Einwohner hat Lubmin?

Rund 2.133 (Stand 2022). Lubmin liegt zwischen den Inseln Rügen und Usedom am Greifswalder Bodden, nahe der Peenemündung, und ist seit 1999 staatlich anerkanntes Seebad.