Sagard 2026 – Kirche & Kurgeschichte
Sagard geht auf das Jahr 1250 zurück, als der Ort als "Zagard" erstmals urkundlich erwähnt wurde – der slawische Name deutet auf einen früheren Burgwall hin. Heute ist Sagard das Grundzentrum der Halbinsel Jasmund und Tor zu Rügens Kreideküste. Wahrzeichen ist die St.-Michael-Kirche von rund 1210, die viertälteste Kirche der Insel. Weniger bekannt: Ende des 18. Jahrhunderts entstand hier das allererste Bad Rügens – lange bevor die bekannten Seebäder an der Küste existierten. Die historische Parkanlage Brunnenaue erinnert bis heute daran.
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St.-Michael-Kirche
Die Kirche St. Michael in Sagard wurde um 1210 als einschiffiger, spätromanischer Saalbau ohne Turm errichtet – die viertälteste Kirche auf der Insel Rügen. Um 1400 wurde der Chor im gotischen Stil neu errichtet, dazu kamen Kapelle, Sakristei und Nordschiff. Erst um 1500 erhielt die Kirche ihren quadratischen Turm sowie ein gotisches Gewölbe im Hauptschiff.
Im weiß gehaltenen Innenraum finden sich ein barocker Altar, ein dreiteiliger mittelalterlicher Wandschrank mit um 1800 aufgemalten Blumenmotiven, zwei Beichtstühle aus der Zeit nach 1648 sowie ein Triumphkreuz aus dem 15. Jahrhundert. Die Orgel von 1796 ist die zweitälteste und größte Barockorgel Rügens. Auf dem Kirchplatz liegt die Grabplatte von Pastor Heinrich Christoph von Willich – er eröffnete gemeinsam mit seinem Bruder das erste Bad der Insel.
Brunnenaue – Rügens erstes Bad
Was viele Rügen-Besucher nicht wissen: Bereits Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich in Sagard ein Kur- und Badebetrieb, der bis etwa 1830 bestand – lange vor den heute bekannten Seebädern an der Küste. Die historische Parkanlage Brunnenaue legt bis heute Zeugnis von dieser Zeit ab und wurde bis 2007 aufwendig rekonstruiert. Ein Badebetrieb findet hier zwar nicht mehr statt, doch der Park lädt zum Spazieren und Verweilen ein.
Weitere Sehenswürdigkeiten
Am Südrand des Ortes liegt das Hügelgrab bei Dobberworth, am Großen Jasmunder Bodden der Martinshafen. Von Sagard aus erreicht man die schönsten Badestrände Rügens, im Hinterland geprägt von aufgelassenen Kreidebrüchen, Feuchtwiesen und Gewässern. Der Große Jasmunder Bodden bietet gute Bedingungen für Surfer, Segler und Angler, im Frühjahr und Herbst lassen sich hier tausende Kraniche und Wildgänse auf dem Vogelzug beobachten.
Anreise mit dem Wohnwagen
| Von | Route | Hinweis |
|---|---|---|
| B96 | Über die Rügenbrücke bei Stralsund, weiter über Bergen Richtung Sassnitz | Sagard liegt direkt an der B96, kurz vor Sassnitz |
Sagard im Video
Häufige Fragen (FAQ)
Was macht die St.-Michael-Kirche in Sagard besonders?
Sie wurde um 1210 als einschiffiger, spätromanischer Saalbau errichtet und ist damit die viertälteste Kirche auf Rügen. Die Orgel von 1796 ist die zweitälteste und größte Barockorgel der Insel. Auf dem Kirchplatz liegt das Grab des Pastors, der mit seinem Bruder das erste Bad Rügens eröffnete.
Warum gilt Sagard als ältestes Bad Rügens?
Bereits Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich in Sagard ein Kur- und Badebetrieb, der bis etwa 1830 bestand – damit das älteste Bad der Insel, noch vor den bekannten Seebädern an der Küste. Die historische Parkanlage Brunnenaue erinnert bis heute daran und wurde bis 2007 aufwendig rekonstruiert.
Wo liegt Sagard auf Rügen?
Auf der Halbinsel Jasmund, westlich von Sassnitz, unweit des Großen Jasmunder Boddens. Der Ort fungiert als Grundzentrum für umliegende Orte wie Altenkirchen, Dranske oder Wiek.
Wie viele Einwohner hat Sagard?
Rund 2.380 (Stand 31.12.2025) – Sagard ist damit deutlich größer als die meisten kleinen Ostseebäder in dieser Region.