Wischhafen 2026
Wischhafen ist vor allem eins: die niedersächsische Endstation der Elbfähre nach Glückstadt in Schleswig-Holstein – eine Verbindung, die schon seit mindestens 1622 existiert und Reisenden bis heute den Umweg über Hamburg erspart. Bis 1962 hieß die Gemeinde noch Hamelwörden, bevor sie nach ihrem bekannteren Fähranleger umbenannt wurde. Sehenswert ist außerdem das Kehdinger Küstenschiffahrts-Museum mit dem 1956 gebauten Museumsschiff Iris-Jörg im denkmalgeschützten alten Hafen.
Für Wohnwagen- und Wohnmobil-Camper: Wischhafen bietet gleich drei Stellplätze direkt im Ort – und alle drei sind kostenlos. Details in unserem Stellplatz-Guide für Wischhafen.
Geschichte – von Hamelwörden zu Wischhafen
Die Kehdinger Marsch wurde laut archäologischen Untersuchungen bereits ab dem 4. Jahrhundert vor Christus besiedelt. Die heutige Gemeinde trug bis zum 8. August 1962 den Namen Hamelwörden – erst dann erfolgte die Umbenennung in Wischhafen, nach dem Ortsteil und Fähranleger, unter dem der Ort schon damals überregional bekannter war. Verwaltungsmäßig gehörte die Region ab 1885 zum eigenständigen Kreis Kehdingen, der 1932 im Landkreis Stade aufging. Seit 1971 ist Wischhafen Teil der Samtgemeinde Nordkehdingen. Heute zählt der Ort 2.857 Einwohner (Stand 31.12.2025) auf 33,76km² Fläche, in der Region Kehdingen direkt an der Elbe gelegen.
Die Elbfähre Glückstadt–Wischhafen
Fähren zwischen Glückstadt und dem gegenüberliegenden Elbufer sind bereits seit mindestens 1622 belegt – eine der ältesten durchgehenden Flussquerungen der Unterelbe. Das heutige Fährunternehmen geht auf den Kap-Hoorn-Fahrer Ernst Sturm zurück, der es 1919 gründete; 1981 wurde es in eine GmbH & Co. KG umgewandelt. Am 21. Oktober 2020 übernahm die Flensburger Reederei FRS den Betrieb – dieselbe Reederei, die auch die Helgoland-Fähren ab Cuxhaven und Büsum betreibt.
Vier Fähren sind im Wechsel im Einsatz, benannt nach Ernst Sturm, Wilhelm Kroos, Glückstadt und Wischhafen – Letztere fasst bis zu 55 Pkw. Insgesamt können pro Überfahrt bis zu 60 Fahrzeuge mitgenommen werden, die Fahrt über die Elbe dauert rund 25 Minuten. Für Reisende zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein erspart die Fähre oft einen langen Umweg über die notorisch staugeplagten Elbbrücken und -tunnel bei Hamburg.
Kehdinger Küstenschiffahrts-Museum & die Iris-Jörg
1994 gründeten Ehrenamtliche das Kehdinger Küstenschiffahrts-Museum in einem historischen Kornspeicher hinter dem Deich. Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Küstenschifffahrt und Flussfischerei anhand von Schiffsmodellen, von kleinen Segel-Ewern bis zu modernen Küstenmotorschiffen, dazu Navigationsinstrumente und Funktechnik im Erdgeschoss sowie eine originalgetreu nachgebaute Kombüse und Mannschaftsunterkunft im Obergeschoss.
Größtes Ausstellungsstück ist das rund 45m lange Küstenmotorschiff Iris-Jörg, 1956 auf der Nobiskrug-Werft in Rendsburg zunächst als "Eilenburg" gebaut. Über die Jahrzehnte mehrfach verkauft und umbenannt – zuletzt nach den beiden Kindern eines seiner Eigner Iris-Jörg getauft – transportierte das Schiff bis 2002 vor allem Getreide zwischen Deutschland und Dänemark, bevor es ein Wischhafener Reeder für das örtliche Museum erwarb. Hafen, Museum und Schiff stehen heute unter Denkmalschutz, die Restaurierung der Iris-Jörg erfolgt bis heute durch eine ehrenamtliche Crew.
Anreise mit dem Wohnwagen
| Von | Route | Hinweis |
|---|---|---|
| B73 zwischen Cuxhaven/Stade | Abfahrt Wischhafen, direkt zum Fähranleger und Ortskern | Alternative zur Elbfähre: A26/A7 über Hamburg (deutlich länger) |
Wischhafen im Video
Häufige Fragen (FAQ)
Warum heißt der Ort Wischhafen und nicht mehr Hamelwörden?
Die Gemeinde trug bis zum 8. August 1962 den Namen Hamelwörden, wurde dann aber nach dem Ortsteil und Fähranleger Wischhafen umbenannt, unter dem der Ort schon damals überregional bekannter war. Verwaltungssitz ist heute die Samtgemeinde Nordkehdingen, zuvor gehörte der Ort zum 1932 aufgelösten Kreis Kehdingen.
Seit wann gibt es die Elbfähre Wischhafen-Glückstadt?
Fähren zwischen Glückstadt und dem gegenüberliegenden Elbufer sind seit mindestens 1622 belegt. Das heutige Fährunternehmen wurde 1919 vom Kap-Hoorn-Fahrer Ernst Sturm gegründet, 1981 in eine GmbH & Co. KG umgewandelt. Am 21. Oktober 2020 übernahm die Flensburger Reederei FRS den Betrieb.
Was zeigt das Kehdinger Küstenschiffahrts-Museum?
Das 1994 von Ehrenamtlichen gegründete Museum in einem historischen Kornspeicher hinter dem Deich zeigt die Geschichte der Küstenschifffahrt und Flussfischerei, von kleinen Segel-Ewern bis zu modernen Küstenmotorschiffen. Größtes Ausstellungsstück ist das 1956 gebaute Küstenmotorschiff Iris-Jörg, das seit 2002 im Museumshafen liegt und von einer ehrenamtlichen Crew restauriert wird. Hafen, Museum und Schiff stehen unter Denkmalschutz.
Gibt es in Wischhafen einen Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz?
Ja, gleich drei – und alle drei sind kostenlos (Spenden erwünscht): direkt an der Elbfähre, am denkmalgeschützten alten Hafen, und beim Küstenschiffahrts-Museum. Details dazu in unserem Stellplatz-Guide für Wischhafen.