Wolgast 2026 – Peenebrücke & Petrikirche
Wolgast liegt mit rund 10.859 Einwohnern direkt am Peenestrom und ist die letzte Station auf dem Festland, bevor die Peenebrücke auf die Insel Usedom führt. Von 1295 bis 1625 war die Stadt Residenz der Herzöge von Pommern-Wolgast – Zeugnis davon legen die gotische Petrikirche mit ihrer Herzogsgruft und das Museum Kaffeemühle ab. Bis heute prägt die klappende Peenebrücke, im Volksmund "Blaues Wunder", den Ort, dazu die seit 1948 aktive Peene-Werft.
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Petrikirche & Herzogsgruft
Im historischen Stadtkern steht die Petrikirche, zwischen 1280 und 1350 errichtet und im frühen 15. Jahrhundert zur dreischiffigen Basilika erweitert. Der Brand von 1713, der große Teile der Stadt zerstörte, ließ die Kirche weitgehend unversehrt. Der 56 Meter hohe Turm lässt sich über 184 Stufen besteigen und bietet einen weiten Blick über die Stadt und den Peenestrom.
In der Gruft von 1587 liegen sieben Angehörige des Herzogsgeschlechts Pommern-Wolgast – ein direkter Bezug zur Zeit zwischen 1295 und 1625, als Wolgast neben Stettin gleichberechtigte Residenzstadt des Herzogtums Pommern war.
Kaffeemühle – das Stadtmuseum
Ihren Namen verdankt die "Kaffeemühle" allein ihrer Form: ein zweigeschossiger, quadratischer Fachwerkbau auf Feldsteinsockel aus dem 17. Jahrhundert mit einem markanten Zeltdach, ursprünglich als Speichergebäude errichtet. Heute ist darin das Stadtgeschichtliche Museum untergebracht, das die Entwicklung Wolgasts von der slawischen Siedlung im 8. Jahrhundert bis zum modernen Schiffbaustandort nachzeichnet.
Peenebrücke – das "Blaue Wunder"
Die erste Peenebrücke wurde im Sommer 1933 begonnen und bereits am 24. Juni 1934 eröffnet – wegen ihres auffälligen Anstrichs bekam sie schnell den Spitznamen "Blaues Wunder". Im April 1945 sprengte die Wehrmacht die Brücke, der bewegliche Mittelteil blieb jedoch erhalten. Bis zum 27. März 1950 wieder aufgebaut, trug sie zu DDR-Zeiten den Namen "Brücke der Freundschaft" und diente noch rund 40 Jahre.
Die heutige Brücke entstand zwischen 1994 und 1996 als kompletter Neubau direkt neben der alten Konstruktion, die anschließend abgerissen wurde. Seit 2000 ist zusätzlich ein durchgehendes Gleis für die Usedomer Bäderbahn in Betrieb, sodass Züge wieder bis zum polnischen Świnoujście durchfahren können. Die Waagbalken-Klappbrücke misst 255,9 Meter zwischen den Widerlagern, der bewegliche Teil ist 42 Meter lang und öffnet für den Schiffsverkehr eine 30,75 Meter breite Durchfahrt.
⚠️ Brückenöffnungen einplanen: Für den Schiffsverkehr klappt die Brücke 2026 in der Sommersaison (16.3.-15.10.) um 5:45, 7:45, 12:45 (15.5.-4.9.: 12:50), 17:45 und 20:45 Uhr auf, zusätzlich um 23:45 Uhr für angemeldeten Berufsschiffsverkehr. In der Wintersaison entfallen die Abend- und Nachttermine. Die B111 ist je Öffnung bis zu 30 Minuten für den Straßenverkehr gesperrt – wer zur Fährzeit auf Usedom will, plant das am besten ein.
Direkt neben der Klappbrücke entsteht derzeit eine Ortsumgehung mit einer komplett neuen Querung des Peenestroms, die den Verkehr künftig um die Innenstadt herum und unabhängig von den Brückenöffnungszeiten auf die Insel führen soll. Baustart war 2025, einzelne Teilabschnitte der Umgehung sind bereits freigegeben.
Peene-Werft – von der Marine bis heute
Am 20. Juni 1948 gegründet, ist die Peene-Werft bis heute einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Über 600 Boote und Schiffe sind seither in Wolgast vom Stapel gelaufen – zu DDR-Zeiten vor allem Marineschiffe, später auch Fischerei-, Container- sowie Forschungs- und Spezialschiffe. Heute gehört die Werft mit über 320 Beschäftigten zur Bremer NVL Group der Schiffbaufamilie Lürßen und fertigt unter anderem Hinterschiffe für 166 Meter lange Fregatten der Deutschen Marine, die anschließend zur Endausrüstung nach Kiel und Hamburg weitertransportiert werden.
Anreise mit dem Wohnwagen
| Von | Route | Hinweis |
|---|---|---|
| B111 / B109 | Über Anklam oder Greifswald auf die B111 Richtung Wolgast, weiter über die Peenebrücke auf die Insel Usedom | Wolgast liegt direkt an der einzigen durchgehenden Straßenverbindung von Vorpommern nach Usedom |
Wolgast im Video
Häufige Fragen (FAQ)
Warum heißt die Peenebrücke Wolgast das "Blaue Wunder"?
Wegen ihres auffälligen blauen Anstrichs. Die erste Klappbrücke wurde 1933/34 gebaut und trug den Spitznamen schon damals. Sie wurde 1945 von der Wehrmacht gesprengt, bis 1950 als "Brücke der Freundschaft" wiederaufgebaut und 1994-2000 komplett durch einen Neubau ersetzt, der bis heute für den Schiffsverkehr zu festen Zeiten aufklappt.
Wann öffnet die Peenebrücke Wolgast für den Schiffsverkehr?
2026 in der Sommersaison (16. März bis 15. Oktober) um 5:45, 7:45, 12:45 (vom 15. Mai bis 4. September: 12:50), 17:45 und 20:45 Uhr, zusätzlich 23:45 Uhr für angemeldeten Berufsschiffsverkehr. In der Wintersaison entfallen die Abend- und Nachttermine. Die B111 ist je Öffnung bis zu 30 Minuten gesperrt.
Wie alt ist die Petrikirche in Wolgast?
Erbaut zwischen 1280 und 1350, im frühen 15. Jahrhundert zur dreischiffigen Basilika erweitert. Der 56 Meter hohe Turm lässt sich über 184 Stufen besteigen. In der Gruft von 1587 liegen sieben Angehörige des Pommernherzog-Geschlechts.
Wie viele Einwohner hat Wolgast?
Rund 10.859 (Stand 31.12.2025, Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern). Wolgast war von 1295 bis 1625 Residenzstadt des Herzogtums Pommern-Wolgast und ist heute Sitz des Amtes Am Peenestrom.